Liguster – das immergrüne Laubgehölz

Der Liguster allgemein
Der Liguster, der mit botanischen Namen „Ligustrum “ heißt, gehört zu den beliebtesten immergrünen Heckenpflanzen. Seine extreme Schnittfreudigkeit macht ihn aber auch zu einem idealen Formgehölz. Schnellwüchsig, robust und anspruchslos – er findet überall seinen Platz.1487_0_ligustrum_ovalifolium-ovalblaettriger_liguster
Liguster gehört zur Gattung der Ölbaumgewächse. Mit etwa 50 verschiedenen Arten ist er weit verbreitet. Zahlreiche Arten stammen nicht aus Europa, sondern sind Einwanderer aus dem Fernen Osten – vor allem aus Japan. Charakteristisch für alle Arten sind die ganzrandigen und ungeteilten Blätter, die gegenständig an den Zweigen sitzen, sowie die weißen, trichterförmigen Blüten, die in dichten Rispen an den Triebenden stehen.

Der Verzweigte und aufrechte Wuchs des Ligusters sind ideale Voraussetzungen für eine blickdichte Hecke. Er ist recht schnellwachsend mit einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich 40 cm, wobei er durch seine besondere Schnittverträglichkeit auf jede gewünschte Höhe und Form gehalten werden kann. Ausgewachsen erreicht der Liguster in der Regel eine Höhe von 2-5 m (je nach Art und Voraussetzungen).  Er ist anspruchslos an die Bodenverhältnisse und wächst auf normalem Gartenboden, zudem ist er nicht empfindlich bei Trockenheit. Am liebsten mag er sonnige bis halbsonnige Standorte, verträgt notfalls aber auch Schatten.

Der Liguster gehört zu den immergrünen Pflanzen. Bei starkem Frost können die Blätter eine bräunliche bis bläuliche Färbung annehmen. Bei jungen Pflanzen und starken Dauerfrösten kann Laubabfall vorkommen. Im Frühjahr erfolgt ein Laubwechsel mit frischem Austrieb. Nicht alle Sorten bei uns sind völlig Winterfest, manche frieren bei strengem Dauerfrost zurück. Äußerst selten sterben die Pflanzen komplett ab (bei einer jungen Hecke kann das in einem äußerst kalten Winter schon mal geschehen, bei einer gesunden ‚älteren Hecke eher nicht). Ist der Liguster zurückgefroren, muss er im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden.

Im Juni und Juli bekommt der Liguster zahlreiche weiße Blütensträußchen, die an Fliederblüten erinnern und besonders am Abend einen süßlichen Duft verbreiten. Die Sträußchen werden von vielen kleinen Blüten gebildet, die endständig an den Trieben stehen. Daraus bilden sich im Herbst die glänzend, schwarzblauen Beeren, die oft bis zum Frühjahr anhaften. Die Beeren sind giftig und keinesfalls für den Verzehr geeignet (Achtung bei Kindern!). Bei jährlichem Rückschnitt bildet der Liguster keine Blüten und Früchte.

Die Sorten

Der herkömmliche oder gemeine Liguster ist unter den Namen Liguster vulgare (Ligustrum vulgare) bekannt. Er ist in ganz Europa, Nordafrika und Kleinasien verbreitet. Bei uns ist er auch unter dem Namen ‚Rainweide‘ bekannt. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die langen, biegsamen Ruten die früher wie Weidenzweige zum Binden verwendet wurden. Auch die botanische Bezeichnung ‚Liguster‘ ist wahrscheinlich vom Binden (lat. Ligare) abgeleitet. Der winterharte Ligustrum vulgare wächst als laubabwerfender oder halbimmergrüner Strauch. In milden Klimalagen fallen die Blätter erst zum Laubaustrieb im nächsten Frühjahr ab. Er wächst als reichverzweigter Strauch und erreicht eine Wuchshöhe von 200 cm bis etwa 450 cm. Im Herbst geht die gewöhnlich dunkelgrün gehaltene Blattfärbung häufig ins Violette über.

Eine sehr beliebte Sorte ist der wintergrüne Liguster vulgare ‚Atrovirens‘ (Ligustrum vulgare ‚Atrovirens), auch schwarzgrüner Liguster genannt. Seine dunkelgrünen Blätter weisen eine leichte, schwärzliche Färbung auf. Im Winter bekommen sie oftmals eine bronzebraune Färbung. Er wächst straff aufrecht und dicht und erreicht eine Höhe sowie Breite von ca. 300 bis 500 cm. Diese Sorte ist gut winterhart und übersteht auch Winter in kälteren Klimalagen. Bei strengem Frost wird das Laub teilweise oder ganz abgeworfen.

Ligustrum vulgare gibt es auch als Zwerg-Liguster Ligustrum vulgare ‚Lodense‘. Er wird nur etwa 50 cm bis 100 cm hoch und breit. Sein Wuchs ist kompakt, dichtbuschig und aufrecht. Sein halbwintergrünes Laub ist tiefgrün, im Winter auch bronzebraun. Wie bei der Urform Liguster vulgare wirft auch ‚Lodense‘ bei strengem Frost sein Laub teilweise oder ganz ab. Er blüht und fruchtet nicht, ist völlig anspruchslos an die Bodenverhältnisse und mag es sonnig bis halbsonnig. Dieser Zerg-Liguster eignet sich hervorragend für niedrige Hecken und Begrenzungen.

Liguster-ovalifoliumEine weitere Sorte ist der ovalblättrige Liguster (Ligustrum ovalifolium). Er stammt aus Südjapan und erreicht in seiner Heimat eine Höhe bis 600 cm und mehr. In unseren Gefilden kann er bis zu 500 cm hoch und etwa 300 cm breit werden. Er wächst straff aufrecht und dicht verzweigt. Seine wintergrünen Blätter sind ovalförmig und kräftig grün. Ligustrum ovalifolium ist für die gemäßigte Klimazone geeignet. In kalten Klimazonen kann er bei starken Frösten zurückfrieren.

Ligustrum AureumNoch eine weitere Art des ovalblättrigen Liguster ist der Goldliguster ‚Aureum‘ (Ligustrum ovalifolium ‚Aureum‘) dessen Blätter eine schöne harmonierende Farbkombination von gelb und grün vorweisen. Bei Sonnenstrahlung scheint die gelbe Farbe wie ein großer goldener Glanz. Je sonniger der Standort, umso intensiver ist die goldgelbe Färbung. Sein Wuchs ist breit und  dicht. Auch ‚Aureum‘ ist eher für gemäßigte Klimazonen geeignet und kann bei starken Dauerfrösten zurückfrieren.

 

Die Pflanze übers Jahr

Frühling

März: Der erste Schnitt sollte noch vor dem neuen Auftrieb erfolgen, damit die frischen Blätter keine unschönen Schnittkanten erhalten. Erfrorene Zweige werden herausgeschnitten. Pro Pflanze bringt man eine Handvoll organisch-mineralischen Volldünger aus (erhältlich in jedem gut sortiertem Baumarkt).

Sommer

Juni bis Juli: Freistehende Sträucher und auch Hecken, die nicht jährlich geschnitten werden, entfalten jetzt ihre üppige Blütenpracht. Einige Sorten sind überreich mit duftenden Blütentrauben bedeckt, die unzähligen Insekten als Nektarspender dienen.

Herbst

September bis Oktober: Jetzt ist beste Pflanzzeit. Es wird ein Pflanzgraben ausgehoben und der Erdaushub mit Kompost oder Rindenhumus vermischt. Pro laufenden Meter setzt man 3 bis 4 Pflanzen. Nach dem Setzen gut gießen. Das Pflanzen wird unter der Überschrift ‚Das Pflanzen‘ genau beschrieben.

Winter

Dezember bis Februar: Im gemäßigten Klima und an geschützten Stellen behalten viele Arten den ganzen Winter über das Laub und den Fruchtschmuck. Die nicht so winterharten Sorten oder Jungpflanzen frieren bei strengem Frost zurück.

Das Pflanzen

Liguster gibt es in verschiedenen Warenarten und Liefergrößen: Als Container- & Topfware, als Ballenware und als Wurzelware. Das Pflanzen der verschiedenen Warenarten gestaltet sich vom Prinzip her ähnlich.

Die Bodenvorbereitung: Der Boden muss vor der Pflanzung gut aufgelockert werden. Bodenverdichtungen können den Pflanzen auf Dauer schaden, da entweder die Nässe stehen bleibt (Staunässe) und somit die Pflanzen verfaulen oder die Pflanzen vertrocknen, da das Wasser durch die Verdichtung nicht durchdringen kann. Daher stets Verdichtungen aufbrechen. Bei nährstoffarmen Böden können diese mit Kompost angereichert werden. Den Kompost zu 1/3 mit dem Gartenboden vermischen. Achtung: Niemals mineralischen Dünger oder Stallmist mit in das Pflanzloch geben, diese verbrennen die Wurzeln und die Pflanzen sterben ab. Ist die Bodenvorbereitung abgeschlossen, kann das Pflanzloch oder der Pflanzgraben (bei Heckenpflanzung) ausgehoben werden.

Pflanzung von Wurzelware

Wurzelware ist nur in begrenzten Größen erhältlich und verpflanzbar und auch nur in den vegetationsarmen Monaten von ca. Oktober bis Ende März/Anfang April (witterungsabhängig) möglich.

Die Pflanzenvorbereitung: Eventuelle Knick- oder Bruchstellen müssen heraus geschnitten werden. Die Wurzeln zu ca. 1/3 kürzen, dies erleichtert den Pflanzen die Wurzelbildung auf ihrem neuen Standort. Direkt vor der Pflanzung die Pflanzen ca. 1 Stunde ins Wasser stellen. Niemals zum Lagern im Wasser stehen lassen! Können die Pflanzen nicht ins Wasser gestellt werden, unbedingt die Wurzeln gut nässen. Die Wurzeln dürfen auf keinen Fall trocken in die Erde kommen. Trocken finden sie keine Verbindung zu Ihrem neuen Standort, da die Erde nicht an Ihnen haften bleibt.

Das Setzen: Die Wurzeln dürfen beim Setzen weder gedreht, noch geknickt werden. Dementsprechend tief muss das Pflanzloch sein. In der Breite sollte es doppelt so breit sein, wie die Wurzeln sind. Der Wurzelhals (Ende des Wurzelbereichs) sollte mit der Bodenoberfläche abschließen. Den Boden nach der Pflanzung leicht antreten.

Bei einer Frühjahrspflanzung ist der Boden öfters trocken. Hierbei empfiehlt es sich, dass Pflanzloch vorerst zu 3/4 aufzufüllen und die Erde zu wässern, bis diese schlammig ist. Anschließend das Pflanzloch mit dem restlichen Boden auffüllen und gut andrücken.

Bei einer Herbstpflanzung ist der Boden durch die typische Herbstwitterung meist gut durchnässt. Bei Trockenheit im Herbst empfiehlt es sich bei der Pflanzung wie bei einer Frühjahrspflanzung vorzugehen.

Immergrüne und wintergrüne Pflanzen verlieren durch Ihr Laubwerk weiterhin an Feuchtigkeit. Deshalb sollten sie nach Bedarf gegossen werden.

Nach der Pflanzung: Bei einer Pflanzung im Oktober kann im Anschluss ein Rückschnitt von mindestens einem Drittel der Triebe erfolgen – dies schenkt der Pflanze noch etwas Kraft für die Wurzelbildung. Bei einer späteren Pflanzung sollte man zum Schutz der Pflanze auf einen ‘Pflanzschnitt‘ verzichten. Hier ist der optimale Schnittzeitpunkt das folgende Frühjahr, noch vor dem neuen Austrieb.

Pflanzung von Ballenware

Ähnlich wie bei der Wurzelware ist die Ballenware auch nur während der vegetationsarmen Jahreszeit liefer- und pflanzbar. (ca. Oktober bis Ende März/Anfang April).

Die Pflanzvorbereitung: Direkt vor der Pflanzung stellt man die Pflanzen mit dem Ballen so lange ins Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Niemals die Pflanzen im Wasser zum Lagern stehen lassen! Hat man keine Möglichkeit, die Pflanzen so zu wässern, müssen die Ballen auf jeden Fall gut genässt werden! Die Ballen dürfen auf keinen Fall ungenässt in die Erde kommen.

Das Setzen: Das Pflanzloch sollte die doppelte Breite der Ballenbreite haben. Es reicht wenn die Ballenoberseite gut 2 cm unter der Bodenoberfläche sitzt. Dementsprechend muss das Pflanzloch tief sein. Nach dem Setzen wird das Pflanzloch zu ¾ mit Erde aufgefüllt, erst dann wird das Ballentuch im oberen Bereich aufgeknotet oder aufgeschnitten. Das Ballentuch kann im Pflanzloch bleiben, es verrottet mit der Zeit. Jetzt wird der Boden angetreten.

Ist der Boden trocken, empfiehlt es sich an dieser Stelle (nach dem Antreten) die Erde zu wässern bis sie schlammig ist. Anschließend das Pflanzloch mit dem restlichen Boden auffüllen und nochmals gut wässern. Es ist von Vorteil, wenn man um die Pflanzstelle herum eine Gießmulde anlegt. Hierzu häufelt man kreisförmig Erde um die Pflanzstelle an, sodass ein kleiner ‚Deich‘ entsteht.

Herrscht zur Pflanzzeit Regenarmut macht es Sinn, zum weiteren Bewässern die Gießmulde vorläufig bestehen zu lassen. Wird sie nicht mehr benötigt, harkt man die Erde einfach unter die Pflanze.

Immergrüne und wintergrüne Pflanzen verlieren durch Ihr  Laubwerk weiterhin an Feuchtigkeit. Deshalb sollten sie nach Bedarf gegossen werden.

Nach der Pflanzung: Bei einer Pflanzung im Oktober kann im Anschluss ein Rückschnitt von mindestens einem Drittel der Triebe erfolgen – dies schenkt der Pflanze noch etwas Kraft für die Wurzelbildung. Bei einer späteren Pflanzung sollte man zum Schutz der Pflanze auf einen‘ Pflanzschnitt‘ verzichten. Hier ist der optimale Schnittzeitpunkt das folgende Frühjahr noch vor dem neuen Austrieb.

Pflanzung von Topf- & Containerware

Topf- & Containerware kann über das ganze Jahr in der frostfreien Zeit gepflanzt werden.

Die Pflanzvorbereitung: Direkt vor der Pflanzung stellt man die Pflanzen mit dem Topf/Container ins Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Niemals zum Lagern die Pflanzen im Wasser stehen lassen! Können die Pflanzen nicht ins Wasser gestellt werden, bitte gut wässern. Die Wurzelballen dürfen auf keinen Fall ungenässt in die Erde kommen.

Das Setzen: Das Pflanzloch sollte doppelt so breit wie der Wurzelballen sein.  Der Ballen darf etwa 2 cm unter der Bodenoberfläche gepflanzt werden. Dementsprechend muss das Pflanzloch tief sein. Der Topf/Container muss vor der Pflanzung entfernt werden. Bei stark durchwurzelten Ballen empfiehlt es sich, den Ballen an 3-4 Stellen senkrecht leicht einzuritzen. Auf die Unterseite des Ballens ein 0,5cm tiefes Kreuz ritzen. An diesen leichten Verletzungsstellen kann die Pflanze nun besser Wurzeln bilden, was das Anwachsen verbessert.

Nach dem Setzen wird das Pflanzloch zu ¾ mit Erde aufgefüllt. Ist der Boden trocken, empfiehlt es sich an dieser Stelle (nachdem man die Erde mit den Händen angedrückt hat) die Erde zu wässern bis sie schlammig ist. Anschließend das Pflanzloch mit dem restlichen Boden auffüllen und nochmals gut wässern. Es ist von Vorteil, wenn man um die Pflanzstelle herum eine Gießmulde anlegt. Hierzu häufelt man kreisförmig Erde um die Pflanzstelle an, sodass ein kleiner ‚Deich‘ entsteht.

Herrscht zur Pflanzzeit Regenarmut macht es Sinn, zum weiteren Bewässern die Gießmulde vorläufig bestehen zu lassen. Wird sie nicht mehr benötigt, harkt man die Erde einfach unter die Pflanze.

Immergrüne und wintergrüne Pflanzen verlieren durch Ihr Laubwerk weiterhin an Feuchtigkeit. Deshalb sollten sie nach Bedarf gegossen werden.

Nach der Pflanzung: Bei einer Pflanzung im Oktober kann im Anschluss ein Rückschnitt von mindestens einem Drittel der Triebe erfolgen – dies schenkt der Pflanze noch etwas Kraft für die Wurzelbildung. Bei einer späteren Pflanzung sollte man zum Schutz der Pflanze auf einen‘ Pflanzschnitt‘ verzichten. Hier ist der optimale Schnittzeitpunkt das folgende Frühjahr noch vor dem neuen Austrieb.

Das Düngen

Bei der Pflanzung darf auf keinem Fall Mineraldünger oder Stallmist verwendet werden! Vor allem nicht ins Pflanzloch! Dies wirkt sich tödlich auf die Pflanzen aus, da der Dünger die Wurzeln verbrennt. Beigabe von Hornspänen schadet den Pflanzen nicht. Dies ist kein mineralischer Dünger und verbrennt die Wurzeln nicht. Dennoch, auch Hornspäne nicht direkt ins Pflanzloch geben, sondern nach der Pflanzung in den Boden einarbeiten

Eine erste Volldüngung ist erst im Folgejahr der Pflanzung  erforderlich und dann jährlich, denn der wüchsige Liguster benötigt reichliche Nährstoffe. Pro Pflanze bringt man eine Handvoll organisch-mineralischen Volldünger aus (erhältlich in jedem gut sortiertem Baumarkt).

 

 

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