Obstbäume schneiden

Obstbäume

Im Winter können Sie das laublose Astgerüst Ihrer Obstbäume uneingeschränkt begutachten. Jetzt sind schwache, störende sowie nach unten wachsende Triebe, die Sie schneiden sollten, gut zu erkennen. Der Schnitt sollte möglichst an frostfreien Tagen vorgenommen werden, damit die Schnittfläche nicht splittert.
Suchen Sie sich zum Schneiden einen sonnigen Wintertag aus, dann macht die Arbeit doppelt so viel Spaß.

Baumschnitt

Auslichtungsschnitt

Grundlegend sollte der typische Wuchscharakter erhalten bleiben, damit die Obstbäume zu fruchtenden Schmuckstücken in Ihrem Garten heranwachsen.
So schneiden Sie die Krone frei: Die waagerechten Seitenäste sollten beim Buschbaum ab 40-60 cm, beim Niederstamm ab 80-100 cm, beim Halbstamm ab 100 bis 120 cm und beim Hochstamm ab 160 bis 180 cm Höhe rund um den Stamm angeordnet sein. Diese bilden das Kronengerüst.
Der Auslichtungsschnitt stellt dieses Gerüst frei. Als erstes werden alle Stamm- und Stockausschläge entfernt. Aus Kronen, die richtig erzogen wurden, werden keine starken Äste herausgenommen. Hier sind steile, nach innen wachsende, und zu eng stehende Triebe, die stark sprießen und in die Krone wachsen, an den Austriebstellen mit scharfem Werkzeug weg zuschneiden. Werden einige Ruten für das Gerüst benötigt, sollten diese stehen bleiben. Diese werden stark zurückgeschnitten oder in Lücken gezogen, damit eine Verzweigung entsteht und sie Fruchtholz ansetzen. Auch schneidet man nach unten wachsendes und mit schwachen Knospen besetztes Holz, sowie störende Triebe weg. Erhalten bleiben nur die nach außen wachsenden Seitenzweige, die in den ersten Jahren möglichst nicht eingekürzt werden. Erst nach Erreichen des Ertragsalters (Je nach Sorte 4 – 6 Jahre) werden sie bis auf die Hälfte gekürzt. Die Seitenäste der Krone werden zusammen mit der Stammverlängerung jeweils so eingekürzt, dass der Mitteltrieb die anderen um Scherenlänge überragt. Als Hauptregel gilt: Was wenig getrieben hat, wird stark zurückgeschnitten, um einen Wachstumsanreiz zu geben. Was aber stark getrieben hat, wird nur wenig oder gar nicht geschnitten, weil es sonst noch stärker treiben würde! Sprosse, die stark treiben erzeugen Holztriebe, aber keine Blüten und Früchte. Treibt, nach dem Schnitt der Stammverlängerung, aus dem zweiten Auge unterhalb des Schnittes, ein Konkurrenztrieb aus, wird dieser immer ganz weggeschnitten.
Der Auslichtungsschnitt ist als Instandhaltungsschnitt zu sehen, der das Kronengerüst freistellt und bei maßvollem Schnitt den Zuwachs junger Triebe fördert.

Ist das Auslichten vollzogen, ist wieder ein gleichmäßiges Astgerüst erkennbar.

Kernobst trägt in der Regel am zweijährigen Holz, Steinobst dagegen am einjährigen. Wurden die Bäume 5-6 Jahre regelmäßig geschnitten, sind sie gut aufgebaut und der jährliche scharfe Rückschnitt kann eingestellt werden. Allerdings muss jetzt darauf geachtet werden, dass ständig kurzes Jungholz gebildet wird, sonst erschöpft sich der Obstbaum schnell. Beim Fruchten neigen sich die einzelnen Zweige nach unten. An den Biegungspunkten entstehen Jungtriebe, die am besten ernährt werden. Diese darf man beim Schneiden nicht entfernen, weil sie die darunter befindlichen und sich bald erschöpfenden Astpartien ersetzen und bald zu fruchten beginnen.

Lässt der Ertrag der Obstbäume merklich nach, ist ein Rückschnitt der gesamten Krone bis in das mehrjährige Holz hinein zu empfehlen. Bitte achten Sie darauf, dass Schnittwunden, die einen Durchmesser von mehr als 3 cm aufweisen, mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden müssen.
Der Pflanzschnitt erfolgt in der Regel nach der Erst- oder Umpflanzung. Dadurch soll das Gleichgewicht zwischen Wurzelwerk und Krone wiederhergestellt werden; und das Anwachsen am neuen Standort gefördert werden. Bei Obstbäumen ist dies besonders wichtig. Die Äste der Krone werden bei Kernobst um ein Drittel bis zur Hälfte gekürzt und bei Steinobst um zwei Drittel. Am Zweigende sollte das verbleibende Auge nach außen zeigen. Bei dem Mitteltrieb wird ein Auge gewählt, das genau über der letzten Schnittstelle steht, damit der Stamm gerade durchwächst. Nimmt man diesen Rückschnitt nicht vor, treiben in der Krone nur die oberen Augen aus und die unteren Teile der Krone bleiben kahl. Der Mitteltrieb soll die Seitentriebe immer um eine Scheerenlänge überragen. Der dem Mitteltrieb am nächsten stehende Trieb, der sogenannte  “Konkurrenztrieb“, wird ganz herausgeschnitten, damit sich die Krone nicht gabelt.

Beim Schnitt gilt: schneidet man auf Außenaugen, wachsen die Triebe nach außen, schneidet man über Knospen, die nach innen stehen, entwickeln sich Triebe, die nach innen wachsen. Seitentriebe werden auf Außenaugen geschnitten, damit sich die Krone öffnet. Am Wurzelwerk entfernt man nur abgebrochene, dürre und nach oben wachsende sowie zu lange Spitzen weg.

Gespannt wie es weiter geht?          Fortsetzung folgt…….

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