Forstwirtschaft – kleiner Einblick für Garten- und Naturfreunde

Mit diesem Bericht wollen wir unseren Garten- und Naturfreunden einen kleinen Einblick in die Forstwirtschaft geben.

Als Forst werden in der heutigen Zeit bewirtschaftete Wälder bezeichnet. Es wird in der Forstwirtschaft in drei grundsätzliche unterschiedliche Bereiche eingeteilt: Aufforstung, Wiederaufforstung und Erstaufforstung.

Die Aufforstung dient dem Ziel der Bewaldung. Hier werden Bäume angepflanzt oder ihre Samen ausgesät, überwiegend als Wiederherstellung einer ehemaligen Bewaldung, die durch Sturmschäden oder Abholzung verschwunden ist.

Die Wiederaufforstung findet auf schon ehemals mit Wald bedeckten Flächen statt, auch hier werden Bäume angepflanzt oder ihre Samen ausgesät.Die Erstaufforstung findet auf Flächen statt, die noch nicht bewaldet waren, ebenfalls durch anpflanzen von Bäumen oder Aussäen ihrer Saat.

Die Aufforstung und Naturverjüngung sind die erstrangigen Kerngedanken der forstlichen Nachhaltigkeit. Die verschiedenen Techniken sind Gegenstand der forstwissenschaftlichen Waldbaulehre.

Die durch die Aufforstungen erhofften Effekte unterscheiden sich regional und zeitlich voneinander. In der Regel sollen durch Aufforstungstätigkeiten die folgenden Waldfunktionen und -Baumnutzungen erwirkt werden:

  • Grundwasserspiegelerhöhung
  • Schutz von Grundwassereinzugsgebieten
  • Anhebung des Grundwasserspiegels
  • Schutz der biologischen Vielfalt
  • Aufhalten einer zu erwartender Wüstenbildung oder Versandung
  • Entgegenwirken von Überschwemmungen durch die hohe Wasserspeicherkapazität von Wald
  • Reduzierungen von Bodenerosionen durch Wind und Wasser
  • Lawinenschutz
  • Erhalt der Fruchtbarkeit umliegender Flächen
  • Holzbeschaffung für die Industrie und Wirtschaft
  • Verwertung von Früchten, Saaten, Blättern, Blüten usw.
  • Bindung und Speicherung von CO2 zur Verringerung des Treibhauseffektes

Die Auswahl der verschiedenen anzupflanzenden oder auszusäenden Baumarten ist Gebietsabhängig und richtet sich zudem nach ihrem Bedarf/Einfluss auf z. B. den Boden, den Wasserhaushalt die biologische Umgebung und/oder die Nutzung ihres Holzes, der Samen, Blätter, usw.

Schnell wachsende Bäume haben einen höheren Wasserbedarf, hierzu gehören z. B. Bergahorn (Acer pseudoplatanus) und Rotbuche (Fagus sylvatica). Sehr wertvolle Holzlieferanten sind z. B. Elsbeere (Sorbus torminalis) und die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior). Gute Fruchtlieferanten für die Küche (Vorsicht, nicht alle Sorten dürfen roh verzehrt werden) sowie für die Tierwelt sind Elsbeere (Sorbus torminalis), Speierling (Sorbus domestica) und Eberesche (Sorbus aucuparia).

Die erste belegte erfolgreiche Methode der Aufforstung in der Geschichte mit Nadelholzsaaten im umfangreichen Stil wurde 1368 vom Nürnberger Rats- und Handelsherrn Peter Stromer im Nürnberger Reichswald entwickelt. Dieser Umstand machte Stromer zum „Vater der Forstkultur“ und den Reichswald zum ersten weltweiten Kunstforst. Bei uns in Deutschland ist die Wiederaufforstung abgeholzter oder geschädigter Waldflächen nach dem Bundeswaldgesetz Pflicht (BWaldG § 11).

In der heutigen Zeit ist die planwirtschaftliche Forstwirtschaft unentbehrlich und wird nahezu in der ganzen Welt betrieben.

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